Kriterien für Intensivtherapie/-observation
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A. Zuordnung von reifen Neugeborenen (NG) und Frühgeborenen (FG) zur Intensivtherapie und Intensivüberwachung


Intensivtherapie
  1. FG <30 postmenstr.Wochen und/oder < 1.500 g KG
  2. FG/NG mit Apnoen (>15 Sek.) und/oder Bradykardien (<80%), die zur Beatmung mit dem Beutel zwingen oder häufig (>5mal in 8 Std.) einer externen Stimulation bedürfen
  3. Beatmung oder CPAP-Atemhilfe, auch bis 24 Std. danach
  4. Akut bedrohliche Herzfehler und/oder Herzrhythmusstörungen
  5. Schock und/oder schwere Gerinnungsstörung
  6. Hydrops fetalis
  7. Lebensbedrohliche Infektionen (Sepsis, Meningitis, NEC) bis 3 Tage nach der Stabilisierung
  8. Lebensbedrohliche Stoffwechselstörungen (z.B. schwere Hypoglykämie) bis zur Stabilisierung
  9. Schwere Erkrankungen des ZNS (Postasphyxiesyndrom, frische Hirnblutung, Krampfstatus)
  10. Zustand nach größeren Operationen (Dauer abhängig vom Pflegebedarf, mind. 2 Tage)
  11. Einleitung einer totalen parenteralen Ernährung (meist über ZVK) in der akuten Krankheitsphase
  12. Behandlung mit sehr differenten Medikamenten (z.B. Katecholamine, Prostaglandin E1)
  13. FG/NG mit Pleuradrainage, arteriellem Zugang, Austauschtransfusion, Peritonealdialyse, externem Schrittmacher, offene Ventrikeldrainage, etc.
  14. FG/NG am Tage eines zeitaufwendigen externen Transportes mit Arzt

Intensivüberwachung
  1. FG 30-32 postmenstr.Wochen und/oder 1.500 - 1.800 g KG
  2. Apnoen und/oder Bradykardien (externe Stimulation selten oder nicht erforderlich)
  3. Respiratorische Störungen ohne Atemhilfe (z.B. Pneumothorax; hoher oder stark wechselnder Sauerstoffbedarf)
  4. Symptomatischer Herzfehler und/oder Herzrhythmusstörung
  5. Schwere Infektion (Pneumonie, Enteritis, Sepsisverdacht) bis zur Stabilisierung
  6. Fetopathia diabetica und andere überwachungsbedürftige Stoffwechselstörungen
  7. Krampfanfälle (während der medikamentösen Einstellung)
  8. Drogenentzugssyndrom
  9. Zustand nach größeren (3.-5. Tag, vorher Intensivtherapie) oder kleineren (1.-2. Tag) Operationen
  10. Zentraler Venenkatheter und/oder totale parenterale Ernährung
  11. Notwendigkeit einer intensiven Physiotherapie
  12. Auffällige FG und NG mit unklarer Diagnose in den ersten 24 h nach der Aufnahme (praktisch alle FG und NG)

B. Zuordnung von Patienten jenseits der Neugeborenenperiode zur Intensivbehandlung und Intensivüberwachung


Intensivtherapie
  1. Überwachung von Vitalparametern und Therapie bei akuter Lebensbedrohung
  - Pseudocroup (Intensivtherapie ab Stadium III)
  - Epiglottitis acuta
  - Pertussis mit schweren Zyanoseanfällen
  - Bewußtseinstrübung bei Meningitis und Encephalitis
  - schwere Gastroenteritis mit Exsikkose, diabetische Ketoazidose und andere schwere metabolische Entgleisungen
  - schwere endokrinologische Störungen (z.B. NNR-Insuffizienz, Thyreotoxikose)
  - Status epilepticus
  - akute allergische Reaktionen mit Atem- und Kreislaufinsuffizienz
  - schwere akute Vergiftungen
  - Ertrinkungsunfälle
  - Polytrauma
  - schwere stumpfe obere Bauchverletzung
  - Verbrennung (über 20 % der KOF oder an Händen, Füßen, Gesicht)
  - Oesophagusverätzung/Oesophagusperforation nach Bougierung
  - Fremdkörper oder Chemikalienaspiration
  - Schädel/Hirntrauma mit Bewußtseinsstörung
  - akute Hirnblutung/subdurales Hämatom
  - unklare Bewußtseinstrübung bzw. Koma
  - akute intestinale Blutung
  2. Beatmung oder Atemhilfe (und 24 Std. darüber hinaus)
  - respiratorische Insuffizienz bei akuten und chronischen Lungenerkrankungen (z.B. Bronchiolitis, Status asthmaticus) und bei Muskelerkrankungen
  3. Schockbehandlung bis zur Stabilisierung
  - Sepsis, Schock, disseminierte intravaskuläre Gerinnung
  4. Kontinuierliche invasive Druckmessung
  - Zustand nach großen chirurgischen Eingriffen
  5. Totale parenterale Ernährung oder Zentraler Venenkatheter (in der akuten Phase)
  6. Sonstige Intensivbehandlungsmaßnahmen (z.B. Peritonealdialyse, Haemofiltration, Kardioversion, externe Schrittmachertherapie)

Intensivüberwachung
1. Überwachung und Therapie zur Abwendung einer lebensbedrohlichen Verschlechterung
  -   Pseudocroup (Intensivtherapie ab Stadium III)
  - Herzrhythmusstörungen und andere Herzerkrankungen
  - Patienten unter intensiver zytostatischer Therapie
  - Ertrinkungsunfälle
  - Ventilfunktionsstörung mit verändertem Hirndruck
2. 3 Tage Überwachung nach Beendigung einer maschinellen Beatmung
3. Überwachung (mind. 48 Std.) nach Schockbehandlung
4. Postoperative Überwachung
  - nach ausgedehnter Operation
  - nach jedem neurochirurgischen Eingriff
  - 24-48 Std. nach Schwierigkeiten während des Eingriffs oder der Narkose
  - Zustand nach großen chirurgischen Eingriffen
5. Patienten mit zentral liegendem Gefäßkatheter
6. Sonstige Intensivüberwachungsmaßnahmen

 
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