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Im Mai 1965 wurde in Mainz die erste interdisziplinäre Intensivstation in Deutschland durch U. Köttgen gegründet. Schon 5 Jahre nach Inbetriebnahme der Station fand das erste Symposion über Pädiatrische Intensivpflege vom 17. bis 18. April 1970 in Mainz unter der Leitung von U. Köttgen, B.-K. Jüngst, W. Toussaint und P. Emmrich statt. Viele, die sich auch heute noch mit der Intensivmedizin des Kindesalter beschäftigen, waren damals schon auf dem 1. Symposion vertreten. Auch an den Diskussionen der damals sehr aktuellen Vorträge beteiligten sich viele bekannte Pädiaterinnen und Pädiater, die damals die Zeichen der Zeit erkannten, unter anderem außer den Referenten Frau Ballowitz, Herr Kallfelz, Herr Jüngst, Herr Krienke, Herr Keuth, Herr Schröter, Herr Wiesner, Herr Stemmann, Herr Lemburg, Herr von Loewenich, Herr Höwels, Herr Menner, Herr Koch, Herr Dick, Herr Lang, Herr Sachtleben, Herr Graser, und viele andere. Von diesem Symposion ging eine große Signalwirkung für die Entwicklung der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin in Deutschland aus.

Bereits 1 Jahr später fand am 09.05.1971 ein Treffen in Mainz statt, wo sich Herr Jüngst, Herr Emmrich, Herr Toussaint, Herr Palm, Herr Heller, Herr Lemburg, Herr Stemmann, Herr Dick als Anaesthesist, Herr Mantel, Herr Franke und Herr Loewenich trafen, um eine vorläufige interdisziplinäre Gruppierung ins Leben zu rufen. Herr Jüngst, Herr Lemburg und Herr Emmrich wurden mit der Führung dieser Arbeitsgemeinschaft beauftragt und als Ziele wurden damals fixiertereits 1 Jahr später fand am 09.05.1971 ein Treffen in Mainz statt, wo sich Herr Jüngst, Herr Emmrich, Herr Toussaint, Herr Palm, Herr Heller, Herr Lemburg, Herr Stemmann, Herr Dick als Anaesthesist, Herr Mantel, Herr Franke und Herr Loewenich trafen, um eine vorläufige interdisziplinäre Gruppierung ins Leben zu rufen. Herr Jüngst, Herr Lemburg und Herr Emmrich wurden mit der Führung dieser Arbeitsgemeinschaft beauftragt und als Ziele wurden damals fixiert:

  1. Regelmäßiger Erfahrungsaustauch zwischen den Mitgliedern bzw. Arbeitsgruppen,
  2. Unterstützung und Förderung wissenschaftlicher Projekte aus dem Bereich der Pädiatrischen Intensivmedizin,
  3. Koordination der Weiterbildung des in der Pädiatrischen Intensivmedizin tätigen Personenkreises,
  4. Veröffentlichung gemeinsam erarbeiteter Erfahrungsberichte,
  5. Formulierung von Empfehlungen zur Organisation und Einrichtung pädiatrischer Intensivstationen.

In den frühen 70er-Jahren war jedoch die Errichtung von Intensiveinheiten im gesamten Bundesgebiet eines der vordringlichen Ziele und die Aktivitäten im Hinblick auf die Schaffung einer dauerhaften Arbeitsgemeinschaft wurden zunächst nicht weiter vorangetrieben. Dies fand unter anderem auch seinen Niederschlag darin, daß zwischen dem 3. und 4. Symposion 3 Jahre vergingen. Das 4. Symposion 1975 in Mainz dauerte bereits 3 Tage und zeigte den großen Nachholbedarf an einem Informationsaustausch. Trotzdem vergingen wiederum 3 Jahre, bis 1978 in Düsseldorf das 5. Symposion stattfinden konnte.

In der Zwischenzeit hatte 1975 / 1976 Prof. Frey in Mainz angeregt, eine übergreifende Dachorganisation aller Fachgebiete zu schaffen, die sich mit Fragestellungen zur pädiatrischen Intensivmedizin beschäftigte. Dies war der endgültige Stimulus und während einer Arbeitssitzung in Mainz am 26.03.1976, bei der wir zusammengekommen waren, um Fragen der Weiterbildung von Intensiv-Schwestern zu diskutieren, verabredeten wir die endgültige Gründung einer Arbeitsgemeinschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin. In der konstituierenden Sitzung wurde Herr Emmrich als Vorsitzender, Herr Lemburg als II.Vorsitzender und Herr Pohlandt als Schriftführer gewählt sowie Herr von Loewenich als Schatzmeister in den Vorstand berufen. Als Beisitzer wurde Herr Dr. Leske als Vertreter der Kinderanästhesie und Frau Oberin Adelhardt, Mainz, für die Schwesternbelange nominiert.

Nach intensiven Vorarbeiten konnte dann am 12. Februar 1977 die Satzung errichtet werden und es wurde einstimmig beschlossen, die Deutsche Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin zu gründen und es wurde ein Gründungsvorstand gewählt.

P. Emmrich, Mainz             1. Vorsitzender
P. Lemburg, Düsseldorf     2. Vorsitzender
F. Pohlandt, Ulm              Schriftführer
V. von Loewenich Schatzmeister
F. Höpner, München          Vertreter der Kinderchirurgie
H. Leske, Siegen               Vertreter der Kinderanaesthesiologie
M. Adelhardt, Mainz          Vertreterin der Pflegeberufe

 

Der Vorstand beschloß dann einstimmig die Eintragung in das Vereinsregister.

Von pädiatrischer Seite waren am 12.2.1977 anwesend: Frau Margarete Adelhardt, die Herren Emmrich, Lemburg, v.Loewenich, Pohland und Truckenbrodt. Die Gründungssatzung wurde von Frau Adelhardt und den Herren Emmrich, Lemburg, von Loewenich, Pohland, Schöber und Truckenbrodt unterschrieben.

Dieser Gründungsvorstand war bis Juni 1981 im Amt und auf unserer Jahrestagung in Grazwurde dann als Nachfolgevorstand

  • Herr v. Loewenich, Frankfurt,     als 1. Vorsitzender,
  • Herr Müller, Graz,                     als 2. Vorsitzender,
  • Herr Schöber, München,            als Schriftführer,
  • Frau Kowalewski, Bonn,             als Schatzmeisterin

gewählt, sowie die bisherigen Vertreter der Kinderchirurgie, Kinderanästhesie und der Pflegeberufe bestätigt.

Nach vielen Vorarbeiten erfolgte dann am 4. Juni 1982 auf Beschluß der Mitgliederversammlung in Ulm die Erweiterung und Umbenennung in "Deutsch-Österreichische Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin". Damit waren auch die Österreichischen Kollegen in die Gesellschaft eingebunden.

Seinerzeit hatten wir auch im Gründungsvorstand darüber diskutiert, ob die Schweizer Kollegen beteiligt werden sollten, da sie mit Herrn Dangel, Zürich, einen hervorragenden Vertreter der Intensivmedizin hatten. Dieses kam jedoch in den nächsten Jahren zunächst nicht zum Tragen.1984 wurde auf unserer Berliner Jahrestagung vom 26. bis 28.4. als erstes Ehrenmitglied der Gesellschaft Frau Prof. Ballowitz gewählt.

Wenn man als vorläufige Keimzelle unserer Gesellschaft die inoffizielle Gründung der vorläufigen Arbeitsgemeinschaft vom 09.05.1971 in Mainz ansieht, dann blicken wir jetzt auf eine 28-jährige Geschichte zurück. Die offizielle Gründung fand seinerzeit am 26.03.1976 in Mainz statt und die Errichtung der Satzung am 12. Februar 1977 ebenfalls in Mainz.

Zu erwähnen ist noch, daß am 16. November 1976 ein Muster für eine landesrechtliche Ordnung der Weiterbildung und Prüfung zu Krankenschwestern, Krankenpflegern und Kinderkrankenschwestern in der Intensivpflege von der Deutschen Krankenhausgesellschaft verabschiedet wurde. Dies war der Grundstein für die Weiterbildung des in der Intensivpflege tätigen Krankenpflegepersonals zu Fachschwestern. Die Weiterbildung zu Fachschwestern für Pädiatrie und Intensivpflege ist mittlerweile ein integrativer Bestandteil der Berufsweiterbildungseinrichtungen und so ist z.B. in München mittlerweile die größte Weiterbildungsstätte für Kinder-Intensivschwestern in ganz Deutschland errichtet worden mit Kursen von fast 30 Schwestern.

Durch die hervorragende Arbeit nicht nur der Vorstände der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, sondern auch durch die Arbeit aller Mitglieder der auf diesem Gebiet tätigen Arztinnen und Ärzte konnte ein Auseinanderbrechen der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin sowie ein Abdriften in andere Fachgebiete verhindert werden. Die Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin wird heute als fachkompetente Vereinigung angesehen und bei allen Fragen, die sich mit unseren Fachgebieten beschäftigen, zu Rate gezogen. Diese Entwicklung war zum damaligen Zeitpunkt, als wir die Gesellschaft gegründet haben, noch nicht abzusehen.

Prof. Dr. P. Emmrich
München, den 7. September 1998