Die Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) und die weiteren unterzeichnenden Gesellschaften bedauern ausdrücklich die Infektionen und die Todesfälle von Frühgeborenen im Klinikum Bremen-Mitte.
Es ist notwendig wie bei allen im Krankenhaus erworbenen Infektionen die Ursachen zu ermitteln und soweit möglich abzustellen. Im vorliegenden Fall sind diese Ursachen bisher nicht bekannt. Das Robert Koch Institut untersucht intensiv die Infektionen in Bremen, die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet und eine Kommission der Bremer Bürgerschaft hat den Auftrag zur Untersuchung erhalten. Dies sind die richtigen Schritte, um in einigen Wochen zu einer Beurteilung zu gelangen, ob und in welchen Bereichen der Krankenhausorganisation, intern und/oder auch extern, möglicherweise Versäumnisse zu verantworten sind.
Nicht nachvollziehbar für die unterzeichnenden Fachgesellschaften und Verbände ist, dass der Chefarzt der betroffenen Kinderklinik, Prof. Dr. med. Hans-Iko Huppertz, fristlos entlassen wurde, ohne die Ergebnisse der o.g. Untersuchungen abzuwarten. Dies ist eine Vorverurteilung eines wissenschaftlich und klinisch exzellenten und erfahrenen Kinder- und Jugendarztes und weckt starke Zweifel am Krisenmanagement des Klinikums Bremen.




